| KUSCHELMAUS |

«Der Mensch hat schon den ganzen Heimweg sein fieses Lachen aufgesetzt. Darf Hund den Grund erfahren?» zischt der Hund mich auf dem Nachhauseweg an. «Ach nichts Vierbeiner, alles gut. Mir ist da nur was in den Sinn gekommen.» entgegne ich dem Hund ruhig. «Ach, etwas in den Sinn gekommen! Das habe ich anhand deines dummen Grinsen selber bemerkt. Ich darf den Menschen daran erinnern, dass mein Augenlicht im Gegensatz zu deinem, in bester Ordnung ist. Daher versuche gar nicht erst etwas zu vertuschen.» pfeift der Hund mich an. «Du bist ja heute wieder einmal extrem gut gelaunt. Ein echter Scharmbolzen.» gebe ich zur Antwort und muss achten nicht los zu prusten.

«Krieg dich wieder ein, Mensch. Meine Aufgabe in diesem Hause ist es, für die Sicherheit zu sorgen und nicht um den Charme zu versprühen.» pfeift der Hund mich weiter an. «Das ist wahr, Als Charmbolzen bist du nun wirklich nicht bekannt. Macht nichts Vierbeiner, du hast ja andere Qualitäten.» kann ich erneut noch knapp von mir geben bevor ich definitiv los prusten muss. «Ruhe Clown und Lauscher auf!» versucht der Hund mein Gelächter energisch zu unterbrechen. Ich höre zwar aus Hundes Stimme die Ernsthaftigkeit durch aus heraus, kann aber das Prusten beim besten Willen nicht unterdrücken und habe dabei Tränen der Freude in den Augen. Der Hund hat dies natürlich bemerkt und stoppt abrupt. Diese Aktion des Hundes bringt mich beinahe ins Straucheln.

«Hey Hund, was soll das?» rufe ich dem Hund zu. «Geht doch, mein Hausclown. Zumindest habe ich nun mal deine Aufmerksamkeit. Du kannst dir dein dummes Gelächter gleich wieder abgewöhnen. Ich kann mir durchaus vorstellen auf was du hinaus willst.» pfeift mich der Hund an. «Ach auf was will ich den hinaus?» sage ich fragend in die Richtung des Hundes. «Ich bin nun mal nicht nur ein formidabler Begleiter, sondern sehe dazu einfach noch wahnsinnig gut aus.» plustert sich der Hund auf. «Das kann ich nun im besten Willen visuell nicht beurteilen.» werfe ich entschuldigend ein.

«Hach, als wäre deine Meinung wichtig.» zischt es aus Hundes schnauze. «Natürlich nicht Vierbeiner, das haben ja andere übernommen.» kann ich noch knapp von mir geben, bevor ein erneuter Lachanfall mich übermannt. «Ich rate dem Menschen, sich schnell wieder einzukriegen, sonst wird hier gleich mal gestreikt.» zischt der Hund mich an. «Ach komm, Kuschelmaus, sei mal nicht so. Wir knuddeln ein wenig und dann gehen wir gemütlich weiter.» entgegne ich zum Hund während ich mich zu ihm herunter bücke, um ihn zu knuddeln. «Lass das Mensch, ich bin im Dienst.» faucht der Hund mich an. «Ach komm Vierbeiner, du geniesst es doch, wenn du geknuddelt wirst.» sage ich zum Hund.

«So ein Quatsch, Mensch. Du weisst genau, ich bin nicht der gspürschmifühlschmi Typ.» faucht mich der Hund weiter an. «Dies hat heute im Büro auf mich aber ganz anders gewirkt. Ich hatte das Gefühl mein Vierbeiner hat es richtig genossen so geknuddelt zu werden.» teile ich dem Hund meinen Eindruck mit. «Da kann der Mensch mal wieder erkennen wie gut ich ausgebildet bin. Sogar für Dinge, welche ich eigentlich überhaupt nicht mag, bin ich zu haben.» zischt es aus Hundes Schnauze. Ach komm mach mal einen Punkt Hund, du hast es offensichtlich genossen.» platzt es aus mir heraus.

«Nun aber mal halblang Mensch. Wenn du «offensichtlich» sagst, hat das etwas Absurdes. Offensichtlich wird auch mit «nicht übersehbar» beschrieben. Dies aus deinem Munde…witzig.» fährt mir der Hund ins Wort und muss nun seinerseits los prusten. «Ha ha, Vierbeiner. Offensichtlich heisst aber auch «klar erkennbar».» mische ich mich in das Gelächter des Hundes ein.

«Erkennen mein lieber Mensch…» beginnt der Hund in seiner Schulmeisterart. «Etwas klar erkennen kann auch heissen, etwas mit dem Gehör klar zu erkennen, mein treuer Vierbeiner.» unterbreche ich den Hund. Bevor dieser sich akustisch zu Wort melden kann, fahre ich gleich fort. «Es war heute akustisch KLAR ERKENNBAR, dass du von unsrem Besuch im Büro gekuschelt wurdest und es offensichtlich genossen hast.»

«Mensch, ich habe in meiner Ausbildung zum diplomierten Blindenführhund gelernt, für den Menschen und seine Bedürfnisse zur Verfügung zu stehen. Euer Besuch hatte nun mal das Bedürfnis mein dickes, glänzendes und überaus weiches Fell zu knuddeln.» versucht der Hund sich aus der Situation zu quasseln. «Ja klar Hund, als würdest du sonst immer alles machen was ich von dir verlange. Gib doch einfach zu, du stehst auf Knuddeln. Komm her ich möchte auch dein weiches, glänzendes Fell knuddeln.» flappse ich zurück und will gerade den Hund knuddeln.

«Hände weg Mensch, ich bin im Dienst. Da mein Klient ein eher hoffnungsloser Fall ist, benötigt dies meine volle Aufmerksamkeit. Sonst muss ich dann wieder bei meinem Ausbildner antraben.» lenkt der Hund geschickt ab. «Gut heraus geredet mein treuer Begleiter. Dann lass uns schnell nach Hause gehen, damit ich…» sage ich zum Hund als dieser mir ins Wort fällt. «Genau Mensch, damit ich meine wohlverdiente Schachtel Kirschstängeli in Empfang nehmen kann.»

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