| LOSLASSEN |

«Vierbeiner wir müssen miteinander reden.» sage ich zum Hund, als ich in der Küche die letzten Arbeiten nach dem Abendessen erledigt habe. «Heute noch?» höre ich den Hund etwas abwesend ab seiner Oase antworten. «Ja, heute noch Vierbeiner.» gebe ich energisch zur Antwort. «Oha, der Mensch scheint mir sehr aufgebracht zu sein, willst du gerade jetzt darüber sprechen?» höre ich den Hund hörbar neugierig fragen. «Dies können wir gerne so machen. Ich wäre dir dankbar, wenn du mir aus dem Keller ein Bier mitbringen könntest, wenn du gerade eine neue Schachtel Kirschstängeli raufholst.» rufe ich dem Hund noch hinterher, als ich bemerkte, dass dieser hastig in den Keller hetzt.

«Kann ich gerne tun, Mensch.» höre ich diesen aus dem Keller rufen. Ich mache es mir in der Zwischenzeit auf dem Sofa gemütlich und warte auf den Hund. «Bitte schön Mensch, ich habe es bereits geöffnet für dich. Bitte entschuldige, hatte etwas länger, da ich meine Schachtel noch schön säuberlich öffnen musste. So wie ich dies sehe, reicht eine Schachtel für mich kaum, denn du bist in einer sehr speziellen Stimmung. Dies heisst für gewöhnlich, dass lange Diskussionen anstehen.» teilt mir der Hund seinen Eindruck in einem ausschweifenden Wortschwall mit.

«Ist schon faszinierend, wie der Hund gewisse Dinge trotz seines kratzbürstigen Wesens bemerkt.» kann ich mir einen Seitenhieb nicht verkneifen. «Danke für die Blumen Mensch, ich bemerke es zumindest noch, was nicht für alle Beteiligten gilt.» zischt der Hund zurück. «Nun gut dann haben wir die Nettigkeiten ausgetauscht und können zum wesentlichen Thema kommen.» sage ich und will gerade weiterfahren, als der Hund mir ins Wort fällt. «Nur noch kurz Mensch, wer schreibt heute das Protokoll?»

«Das darf mein Vierbeiner heute gerne übernehmen. Da ich zur Sitzung eingeladen habe, fällt diese Tätigkeit wohl in deinen Aufgabenbereich.» kann ich mir nicht verkneifen und muss dabei breit schmunzeln. «Wenn dies so ist, lassen wir das mit dem Protokoll, denn dann musst du im Nachhinein auch nichts korrigieren oder eine erneute Therapiestunde bei mir buchen.» flappst der Hund zurück. «Schön hätten wir auch dies geklärt.» entgegne ich leise.

«Also Mensch schiess los, wo drückt der Schuh.» fordert der Hund mich auf. «Wenn ich es noch richtig in Erinnerung habe, hast du mir vor kurzem erzählt, dass du schon einige Einsätze im Auftrag der Schule geleistet hättest.» beginne ich zu erzählen. «Genau Mensch so ist es.» erwidert der Hund. «Warum bist du dann jeweils weitergezogen?» will ich vom Hund wissen. «Darüber darf ich aus Datenschutzgründen keine Auskunft erteilen.» sagt der Hund knapp. «Genau Vierbeiner, wer’s glaubt.» platzt es aus mir heraus.

«So ist es nun einfach Mensch. Aber was ich sicherlich sagen kann, Hund hat es gespürt.» ergänzt der Hund. «Genau Hund du sagst es richtig.» platzt es erneut aus mir heraus. «Ich weiss natürlich, dass ich es richtig gesagt habe.» rollt der Hund mit den Augen. «Och, mein Vierbeiner. Ist mal wieder witzig. Was ich gemeint habe, dass ich im Moment genau auch so ein Gespür wahrnehme.» sage ich zum Hund. «Spannend. Will der Mensch darüber redensprechen?» hackt der Hund neugierig nach. «Nein Hund. Darum habe ich vor einer Weile darum gebeten.» rolle ich mit den Augen.

«Ach ja stimmt, Entschuldigung, bin schon still und horche artig zu.» flüstert der Hund leicht beschämt vor sich hin. «Schön Vierbeiner, dann mach mal die Lauscher auf. Ich weiss nicht an was es liegt, am Herbst, am leicht fortgeschrittenen Alter oder an was auch immer. Fakt ist ich habe das Gefühl…» beginne ich zu erzählen als der Hund mir ein erstes Mal ins Wort fällt.

«Das mit deinen Gefühlen, haben wir auch schon einige Male durch exerziert, ich teile dir es gerne zum widerholten Male mit, dass einzige Gefühl, welches du kennst, ist das Hungergefühl.»

«Keine unqualifizierten Zwischenrufe jetzt. Einfach die Lauscher auf Empfang stellen und Schnauze halten, Vierbeiner. Was ich dir sagen wollte, ich habe das Gefühl, gewisse Dinge gehen zu Ende. Es ist Zeit, wie sagt man so schön, alte Zöpfe abzuschneiden und sich neu zu orientieren.» sage ich nachdenklich.

«Mein lieber Mensch, solche Gedanken hattest du, mit Verlaub, schon öfters.» wirft der Hund ein. Ich muss ab dieser Aussage schmunzeln und füge dann an. «Das stimmt Vierbeiner. Nun weiss ich aber was ich ändern möchte.» entgegne ich bestimmt. «Ich würde sehr gerne mehr erfahren, aber zuerst muss ich unbedingt für grosse Hunde. Lass uns also losziehen, dann können wir anschliessend auf unserem Spaziergang das ganze ausdiskutieren. Denn so wie ich dich kenne, hast du wieder Dinge beschlossen ohne meine Meinung dazu einzuholen.»

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