| LEBENSMITTELVERSCHWENDUNG |

«Was googelt der Mensch eigentlich schon wieder seit Stunden herum?» will der Hund von mir wissen. «Ich gestehe, ich war heute bei der mittäglichen Diskussion während der Mittagspause wieder einmal mit den neumodischen Begriffen der Jungen überfordert!» gebe ich dem Hund zur Antwort, während ich auf dem Laptop rum tippe. «Naja, der Mensch gehört nun definitiv zu den älteren Semestern! Scheint so, als hätte er damit so seine Mühe!» stichelt der Hund. «Ach weisst du, bin ganz zufrieden nicht mehr jeden Trend mit machen zu müssen!» entgegne ich. «Natürlich Mensch! Darum müssen wir in letzter Zeit auch immer nach Hause eilen, als wäre ein Schwarm Wespen hinter uns her!» frotzelt der Hund mich an.

«Da haben wir es Hund, du wirst entweder alt, oder deine Kondition scheint unter dem exzessiven Kirschstängeli Verzehr doch langsam zu leiden!» ziehe ich nun meinerseits den Hund auf. «Nun mal nicht ablenken mein Guter! Ich meinerseits könnte jederzeit einen Gang höher schalten! Nur mache ich mir dann um die Pumpe des Menschen sorgen! Denn selbst die Geräusche einer alten Dampfbahn würdest du mit deinem Röcheln übertönen!» spielt sich der Hund in seiner Oase auf, während er übertriebene Atemgeräusche von sich gibt.

«Genau so tönst du jeweils, wenn wir nach Hause laufen!» kontere ich. «Netter Versuch Mensch! Aber nun zurück zum Ursprung unseres Gespräches! Welchen Ausdruck der Jungen hat der Mensch nicht verstanden?» will der Hund von mir wissen. «Das erklär ich dir gleich Hund! Muss noch kurz einige Infos zusammentragen. Falls ich dir nämlich nur den Begriff sage, kannst du ja eh nichts damit anfangen!» entgegne ich dem Hund und lausche der Stimme meines Screen Readers.

«Da haben wir die Arroganz des Menschen gegenüber seines treuen Begleiters mal wieder! Nur weil der, ach so intelligente Mensch meint, er sei dem Tier überlegen, spielt er sich hier wieder auf! Dabei muss er selber bei Google nachblättern!» regt sich der Hund gerade fürchterlich in seiner Oase auf. «Also gut mein lieber Hund, dann wollen wir doch mal die Probe aufs Exempel machen! Erkläre mir doch mal den Begriff «food waste»!» sage ich in die Richtung des Hundes während ich gespannt bin was ich gleich zu hören bekomme.

«Ach Mensch, darunter werden die Lebensmittelabfälle verstanden, welche eure Spezies tag täglich generiert!» ruft mir der Hund zu. «Genau Hund! Was kannst du mir sonst noch darüber berichten? Denn nur mit der Übersetzung des englischen Begriffes in das Deutsche hätte ich auch gekonnt!» entgegne ich zurück.

«Etwa einen Drittel der Lebensmittel geht zwischen Feld und Teller verloren oder werden verschwendet!» beginnt der Hund seine Ausführungen. «Genau mein treuer Begleiter! Was ich ausserdem hier noch gefunden habe, dass beispielsweise von einhundert geernteten Kartoffeln nur vierunddreissig gegessen werden! Entweder sind sie zu klein, zu krumm oder zu hässlich!» falle ich dem Hund ins Wort. «Ja mein lieber Mensch, die Gründe für den „food waste“ sind bei eurer Spezies vielfältig sowie unzählig!» ergänzt der Hund.

«Ich merke, der Hund hat sich auch bereits im Netz zu diesem Begriff erkundigt!» rufe ich dem Hund zu. «Ich gebe ja zu Mensch, ich habe den Begriff zuvor auch noch nicht gekannt!» entgegnet der Hund mit leiser Stimme. «Bin ich aber froh, erging es nicht nur mir so!» sage ich zum Hund. «Aber mein lieber Mensch, einen Unterschied gibt es doch zwischen deinem und meinem Unwissen!» ruft mir der Hund zu. «Ach ja und welchen?» will ich vom Hund wissen. «Naja, ich betreibe kein „food waste“!» sagt der Hund nicht ohne Stolz.

«Naja mein lieber Freund, das ist nun mal Ansichtssache!» ich schaue herausfordernd in seine Richtung. «Wie bitte Mensch? Da habe ich mich wohl verhört!» ruft der Hund empört zurück. «Nein, nein, mein lieber Freund, du hast dich nicht verhört! Ich gebe zu, wenn wir nur von den Kirschstängeli ausgehen, hast du Recht. Von denen bleibt jeweils kein Krümel liegen! Hier müsste der Begriff lauten «food feast»!» teile ich dem Hund meinen Eindruck mit.

Ich bemerke, wie der Hund gerade Luft holen will um zu kontern, da schiebe ich schnell noch nach. «Serviere ich dir aber gesunde Kost, muss ich am Ende des Tages jeweils auch mehr als die Hälfte in den Müll kippen!» gespannt und unter mühseligem Versuch den Lachanfall zu unterdrücken, lausche ich auf die Reaktion des Hundes. Ich bemerke, wie der Hund mich wortlos mustert und erst nach einer Weile mit vorwurfsvoller Stimme sagt: «Mein lieber Mensch, es dürfte auch dir bekannt sein, dass meine Spezies vom Wolf abstammt! Somit sind wir mit Sicherheit keine Vegetarier! Wenn es dann schon gesund sein muss, was ja einzig und alleine auf die Besserwisserei des Menschen zurückzuführen ist, dann bitte in einer Form in welchem das Zeug auch geniessbar ist!» faucht mich der Hund an.

«Nur für den Fall, dass mein treuer Freund behaupten will, Kirschstängeli seien gesund, lass dir gesagt sein, NEIN DAS STIMMT NICHT!» sage ich bestimmt zum Hund.

Dieser mustert mich weiterhin und kontert: «Aber hast du gesehen wer in der Statistik mit Abstand am meisten Lebensmittelabfälle produziert? Natürlich der Mensch mit fünfundvierzig Prozent! WAHNSINN MENSCH, WAHNSINN!»

 

 

 

 

 

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